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Was ist Parkour? – Aus unserer Sicht

Es handelt sich hierbei um eine aus Frankreich kommende Sportart die auch “l’art du déplacement” (die Kunst der Fortbewegung) genannt wird. Jemand der Parkour betreibt nennt sich “Traceur” (der den Weg ebnet).

Das Motiv eines jeden Traceurs sollte die Freude an der Bewegung und keine Selbstverherrlichung oder finanzielle Bereicherung sein. Wir Spirits orientieren uns an der Philosophie und den Grundgedanken von dem Begründer David Belle.

Bewegungen die aus der artverwandten Sportart “Free Running” stammen oder auch anderen akrobatischen Bewegungen sind wir zwar nicht grundsätzlich abgeneigt, jedoch wollen wir unserem Sport hinsichtlich der Philosophie treu bleiben und so liegt unsere Priorität nicht auf dem Showeffekt sondern der Effizienz der Bewegung. Wir sehen die Bewegung als eine Sprache die viele Vokabeln kennt. Was man letztendlich braucht und was nicht, wird sich zeigen. Wir wachsen und lernen durch Wiederholung und Erweiterung des Gelernten mit dem Ziel irgendwann diese “Sprache” fließend (mit Flow) zu beherrschen.

 

Ursprung

David Belle lernte als Kind von seinem Vater, einem ehemaligen Vietnamsoldaten, in den Wäldern Nordfrankreichs die Méthode Naturelle („Etre fort pour être utile“ „Sei stark, um nützlich zu sein“)., eine Kunst der Bewegung durch die Landschaft mit ihren natürlichen Hindernissen im Einklang mit Natur und Umwelt. Ende der 80er Jahre übertrug er spielerisch diese Methode auf die urbane Landschaft des Pariser Vorortes Lisses aus Beton und Stahl. Aus den spielerischen Verfolgungsjagden der Kinder über Treppen, Tischtennisplatten, Papierkörbe und kleine Bäche entwickelten die Freunde als Jugendliche durch Einbeziehung immer schwierigerer Hindernisse wie Mauern, Zäune, Baugerüste und später Gebäudefassaden und Hochhäuser den Parkour.


Philosophie

Belle selbst sieht Parkour nicht nur als Sportart, sondern vielmehr als kreative Kunst, die dabei hilft die eigenen durch Körper und Umwelt gesetzten Grenzen zu erkennen und zu überwinden – ohne den Hintergedanken andere mit seinem Können beeindrucken zu wollen. Hierbei ist es jedoch nicht erforderlich, sich gefährlichen oder waghalsigen Situationen auszusetzen. Die Philosophie von Parkour beinhaltet es, die Voraussetzungen für eine Technik abzuschätzen und dabei immer im Auge zu behalten, ob man diese Voraussetzungen erfüllt und die Situation gefahrlos meistern kann.

Ein anderer Aspekt der Philosophie ist der respektvolle Umgang des Traceurs mit seiner Umgebung und seinen Mitmenschen. Der Traceur ist auf seine Umgebung angewiesen und sollte deshalb darum bemüht sein sie intakt zu halten, auch wenn er ungewöhnliche Wege beschreitet, die bei unvorsichtiger Begehung darunter leiden könnten. Ebenso ist er auf das Verständnis seiner Mitmenschen angewiesen wenn er seinen Weg geht. Also sollte er auch anderen, die ungewöhnliche Interessen haben, offen entgegentreten und nicht von Vorurteilen beherrscht sein.

Die Philosophie von Parkour bezieht sich jedoch nicht nur auf den eigenen Körper und Geist oder den Umgang mit anderen, sondern ist zugleich eine künstlerische Aussage zum öffentlichen und urbanen Raum. Parkour ist eine Zurückeroberung des urbanen Raumes in Zeiten seiner zunehmenden Besetzung für private und vor allem kommerzielle Zwecke. Das heißt, der öffentliche Raum wird immer mehr privatisiert und ist daher kaum noch öffentlicher Raum im Sinne eines für alle nutzbaren Raumes. Er ist besetzt von Regeln und kommerziellen Erwartungen wie beispielsweise der Verlust von Plätzen, wo man schlicht sitzen darf – meistens ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit einer gastronomischen bzw. kommerziellen Verpflichtung verbunden – man muss etwas kaufen, z.B. ein Getränk bestellen oder ähnliches.

Der öffentliche bzw. urbane Raum wird sich bei Parkour in seiner Materialität zunutze gemacht. Scheinbar festgelegte Funktionen (von Material und Orten) werden aufgebrochen, Material und Ort umgedeutet, andere Ebenen oder „Gesichter“ von Material und urbanem Raum aufgezeigt und neu interpretiert. Somit ist Parkour auch im Diskurs der Kunst im öffentlichen Raum mitzudenken.

Quelle : Wikipedia.de